Pressestimmen

Aus dem Kölner Stadtanzeiger:

Von Helmut Gote, 08.07.11

Restaurant-Kritik

Fleisch und Fisch kubanisch

Carlos Morfa ist nach seinem dreijährigen Exil zurück in Köln-Lindenthal. Sein neues Restaurant „Carlos“ erweckt mit seiner tollen Atmosphäre und den hervorragenden Steaks den Eindruck, als sei er nie weg gewesen.

Im „Carlos“ gibt es einen gut gelaunten Service und tolle Steaks.
Nach seinem mehr als dreijährigen Exil in der Innenstadt, wo Carlos Morfa mit dem „Colina“ wegen der Nähe zum Ring nicht glücklich wurde, ist der liebenswerte Kubaner nun wieder nach Lindenthal zurückgekehrt. Die Einheimischen im Veedel werden ihn noch aus seinem ersten Lokal „Lugar“ kennen, und sich über seine Rückkehr mindestens genauso freuen wie er selbst.

Das vorher biedere Ambiente des ehemaligen Wirtshauses „Haus Brecher“ hat er sehr gründlich auf Vordermann gebracht und mit klaren Konturen in ein einladendes Gasthaus verwandelt.

Gute Stimmung

Dass Carlos wie immer selbst als persönlicher und freundlich kommunikativer Gastgeber mit seinem aufmerksamen Serviceteam in jeder Hinsicht für gute Stimmung sorgt, versteht sich von selbst. Dass hier alles immer frisch und sorgfältig zubereitet wird ebenfalls.

Und dass sein argentinischer Griller, ein wahrer Virtuose der gezähmten offenen Glut, zweifellos den Anspruch auf die besten Steaks der Stadt in dieser Preisklasse erheben könnte, füge ich jetzt mal hinzu, nachdem ich sie alle gegessen habe: Egal ob Hüftsteak (200 g 12,80 Euro), Rumpsteak (200 g 13,80 Euro), oder das saftigste von allen – das Entrecôte (250 g 16,50 Euro) – immer sind die Steaks mit ihren breiten Grillstreifen vom Rost zart mit gutem Biss, auf den Punkt medium gegart. Und wegen ihres feinen Eigengeschmacks brauchen sie nichts weiter als Salz und frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer als Würze. Das gleiche gilt für den Fleischspieß (11,90 Euro), bei dem zwischen den Fleischwürfeln noch Zwiebeln und Paprika stecken, und sogar für die Schweinesteaks auf kubanische Art (12,50 Euro), die vor dem Grillen in einer würzigen Marinade eingelegt werden. Die Beilagen dazu (alle je 2,50 Euro) müssen getrennt bestellt werden. Hervorragende dicke Fritten, gegrillter Maiskolben, knackiger gemischter Salat oder – für mich immer ein absolutes Muss – die perfekt frittierten Maniok-Stücke (5,80 Euro), die zwar unter Vorspeisen stehen, für die ich aber jede Pommes dieser Welt stehen lassen würde.

Cremige Tomatensauce

Bei aller Fleischeslust sollten Sie allerdings die anderen Spezialitäten nicht übersehen. Dazu zählen die herzhafte Fischsuppe kubanische Art mit Muscheln, Fisch und Garnelen als Einlage (6,80 Euro), die pikant gewürzten Fleischbällchen in cremiger Tomatensauce (6,80 Euro) und die frittierten Sardinen (6 Euro).

Verlassen Sie außerdem dieses Lokal niemals, ohne den dezent süßen, hausgemachten Flan mit Karamellsauce zum Dessert probiert zu haben (5,50 Euro), nach dem Sie wegen der großen Portionen sowieso spätestens eine der zahlreichen Rumsorten brauchen.

Rum nach Familienrezept

Da fragen Sie aber zuerst nach dem Rum des Hauses, der nach Familienrezept hergestellt wird, weil Carlos’ Vater in Kuba eine Alkohol-Fabrik hatte. Es gibt sogar ein hauseigenes Bier, das bei der Sünner-Brauerei ebenfalls nach kubanischem Original-Rezept und deutschem Reinheitsgebot gebraut wird und ähnlich wie ein bayrisches Lager schmeckt (0,33 l-Flasche 2,50 Euro).

Wenn schönes Wetter ist, kann man im Hinterhof oder vor dem Gasthaus auch draußen sitzen. Reservieren sie allerdings vorsichtshalber – die Lindenthaler haben schnell wieder gemerkt, was sie an ihrem glücklicherweise nur relativ kurz verloren gegangenen Carlos haben.

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